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Ein außergewöhnliches Ostern

Eine Andacht von Timo Hüttebräucker.



Ein völlig ungewohntes Osterfest...

... keine Gottesdienst, keine Feste in den Kirchen. Wie merkwürdig sich das anfühlte.


Das bayerische Staatsministerium hat jedoch erlaubt, dass man allein in die Kirche geht. Ungewöhnlicher Gedanke. An Ostern allein in die Kirche... ich erinner mich, dass ich häufig mit 2-3 Personen allein in der Apostelkirche war. Zum Vorbereiten oder Organisieren. Ich erinner mich auch das wir häufig Hausschuhe an hatten oder mit Socken auf der Fußbodenheizung unterwegs waren - gerade bei der Vorbereitung der Jugendgottesdienste.

Wir haben uns zu Hause gefühlt. Ist das okay auf Socken in der Kirche unterwegs zu sein? Teilweise sorgte es für Verwunderung, teilweise für Begeisterung.

Ich erinnere mich noch an mehr Situationen in denen ich aufgrund meiner Kleidung kritisiert wurde: In einer Osternacht wurde mir gesagt, dass mein grün und weiß kariertes Hemd nicht festlich genug sei. Obwohl grün doch als Farbe der Hoffnung so schön zur Auferstehung passt.


Reverend Canon Prof. Dr. Robert Hannaford war von meiner Mütze im Eingangsbereich der Kirche in Workington (UK) so entsetzt, dass er mir sogar „half“ diese abzusetzen. Wie ihr merkt, habe ich einfach kein glückliches Händchen was meine Kleidungswahl im Gottesdienst angeht. Aber ist es Gott so wichtig was ich anziehe?

Legt er Wert darauf das ich mein Hemd knitterfrei gebügelt habe? Ist eine Alltags-Jeans genug für ihn? Reicht es Gott wie ich rumlaufe?


„Bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde, Geduld! Ertragt euch gegenseitig, und vergebt einander, wenn einer dem andern etwas vorzuwerfen hat. (...) Vor allem aber liebt einander, denn die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält und vollkommen macht“ (Kolosser 3, 12b-14).

Dort steht nicht „Bekleide dich mit einem schwarzen Hemd und Krawatte in der Osternacht.“ Dort steht auch nicht „trage geschlossene Schuhe in der Kirche“. Dort steht „liebt einander“. Und wieder einmal führt uns diese Liebe zu Johannes 3,16:

„Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“

Und genau daran denken wir an Ostern: An Jesus Tod für uns und seine Auferstehung. Um nichts weiter sollte es gehen... auch an diesem speziellen Osterfest. „Liebt einander“. Ruft euch an, schreibt euch Oster-Post, schickt euch WhatsApp-Nachrichten und habt eine gute Zeit, auch noch in diesen Tagen nach Ostern!

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