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Not macht erfinderisch

Eine Andacht von Jutta Georg.


Foto: Jutta Georg

Jetzt ist Kreativität gefragt

Dieses alte Sprichwort stimmt in dieser Zeit ganz besonders. Angefangen bei originellen Mund-Nasen-Schutzmasken, – originell und selbstproduziert –, über findige Besuchsideen – per Hubwagen zur Oma in den 2. Stock des Seniorenheims bis hin zur Entwicklung von kontaktlosen Desinfektionsspendern. Für Kinder gibt es eine Extraseite in der Zeitung, Bastel- und Spielvorschläge, Sondersendungen zur Wissensvermittlung und dann erst die eigenen Geistesblitze der Kinder, die sich im durchgestylten Wohnzimmer einen aufregenden Hindernisparcours bauen.


Überall findet man bunt bemalte Steine, die Verbundenheit und Freude vermitteln sollen. Brautpaare entdecken neue Wege, wie man die Verwandtschaft trotz Besuchsbeschränkung teilhaben lassen kann: Trauung im Autokino. Schwer wird es, wenn man an Beerdigungen nicht teilnehmen darf. Aber eine befreundete Pastorin aus Norddeutschland erzählte mir, wie sie einer Trauernden beigestanden hat. Die Frau konnte nicht zur Beerdigung ihres Sohnes fahren. Gemeinsam mit einer Freundin der Mutter haben sie sich am Meer getroffen.


Die Pastorin hat einige Bibelworte gelesen und gemeinsam haben sie das Vaterunser gesprochen. Die Mutter hatte einen letzten Brief an ihren Sohn geschrieben. Den haben sie verbrannt und die Asche ins Meer gestreut. Getröstet gingen alle nach Hause.

Wir brauchen viel Kreativität, um in dieser Zeit der notwendigen Beschränkungen doch Wege zur Freude, Anteilnahme und Hilfe zu finden. Gott ist der Schöpfer – Kreator- und von ihm kommt alle Kreativität. Deshalb dürfen wir das Versprechen aus Psalm 50, 15 in Anspruch nehmen:

„Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen!“


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