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Grenzenlose Freude beim Treffen mit Jesus – ganz ohne Abstandsregel!

Eine Andacht von Sebastian Praß.



Von Dankbarkeit und Vertrauen


Auf seinem Weg nach Jerusalem zog Jesus durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa. Kurz vor einem Dorf kamen ihm zehn Aussätzige entgegen; sie blieben in einigem Abstand stehen und riefen laut: »Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns!«

Jesus sah sie an und sagte zu ihnen: »Geht und zeigt euch den Priestern!«


Auf dem Weg dorthin wurden sie gesund. Einer von ihnen kam zurück als er sah, dass er geheilt war. Er pries Gott mit lauter Stimme, warf sich vor Jesu Füßen nieder und dankte ihm. Dieser Mann war ein Samaritaner.


Jesus aber sagte: »Sind denn nicht alle zehn gesund geworden? Wo sind die anderen neun? Ist es keinem außer diesem Fremden in den Sinn gekommen, zurückzukehren und Gott die Ehre zu geben?« Dann sagte er zu dem Mann: »Steh auf, du kannst gehen! Dein Glaube hat dich gerettet.«


(Lukas 17, 11-19 NGÜ)



Aussatz ist in der Zeit Jesu ein Sammelbegriff für sämtliche Hautkrankheiten. Egal, ob bösartig oder nicht. Schon wer Schuppenflechte oder sonstige auffällige Stellen am Körper bemerkte, musste zum Priester. Denn die hatten so etwas inne, wie das Gesundheitsamt heute. Der Priester entschied nämlich, ob wegen Ansteckung und Unreinheit der Kontakt mit anderen Menschen zu vermeiden war, oder ob sich die Krankheit schnell wieder bessern würde. Dann mussten die Menschen wieder zum Priester und sich ihre Gesundheit bescheinigen, attestieren lassen.


Erkrankte jedoch mussten außerhalb der Gesellschaft leben. Sie konnten weder am religiösen, noch am kulturellen Leben teilnehmen. Kurzum hieß das: Die Teilnahme an Gottesdiensten war nicht möglich und auch nicht, vor die Tür zu gehen, um zum Beispiel einzukaufen. Getrennt von der Familie lebten die Menschen außerhalb in Höhlen und waren auf die Hilfe der anderen angewiesen.

Unter Menschen durften sie ja nicht und wenn sich ihnen aus Versehen doch mal ein Gesunder näherte, dann mussten sie sich mit Glocken bemerkbar machen und laut „Unrein, Unrein!“ rufen.


Diese Menschen starben meist nicht nur vor Hunger, sondern auch vor Einsamkeit. Vielleicht können wir uns gerade in unserer momentanen Zeit ziemlich gut in die damalige Situation hineinversetzten…


Drei kleine Gedanken dazu:


1. Gottvertrauen:

Die Männer bitten Jesus um Hilfe, aber der schickt sie einfach weg. Quasi zum Gesundheitsamt, um sich dort checken zu lassen. Erst unterwegs erkennen sie, dass sie gesund geworden sind.

Es gehört ganz schön viel Glauben dazu, sich einfach durch Worte abspeisen zu lassen und sich ohne sichtbare Beweise auf die Socken zu machen. Hätte ich genug glauben dafür?

Darum geht es überhaupt nicht. Denn derjenige, der sich hier so vorbildlich verhält, ist selbst kein frommer Typ. Samariter sind wegen ihrer Art an Gott zu glauben von den Religiösen und Frommen sogar total verachtet. Es geht um das Vertrauen!


2. Jesus ist für alle da:

Jesus fragt nicht nach Herkunft, Erfolg, Beliebtheit oder ähnlichen, oberflächlichen Dingen. Er will gerade auch für die Menschen da sein, denen es schlecht geht und die gerade schwere Zeiten durch machen.


3. Freude, die von innen kommt:

Der Samariter preist Gott mit lauter Stimme auf seinem Weg! Alle können hören und sehen, was Gott an diesem Menschen getan hat. Sein Vertrauen hat sich gelohnt. Die Dankbarkeit lässt den Geheilten Gott loben. Das ist Dankbarkeit und Freude, die von innen kommt.

Und in diesem Vertrauen in Gott dürfen auch wir loben, tanzen und lachen.

Ich wünsche mir und uns in diesen Tagen genau diese Gottesfreude in der Begegnung mit Jesus. Ganz ohne Abstandsregel.


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